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Die Tageszeitung (taz)

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Die verkaufte Auflage der taz beträgt rund 60.000 Exemplare, davon fast 50.000 im Abonnement. Die taz ist bundesweit erhältlich und erscheint täglich von Montag bis Samstag. Sie erscheint im so genannten Berliner Format. Damit ist sie etwas kleiner als die anderen großen überregionalen Zeitungen, die im Norddeutschen Format erscheinen. Seit dem 12. Mai 1995 (seinerzeit als erste deutschsprachige Zeitung) stellt die taz ihre Inhalte vollständig ins Internet.

Regionalausgaben

Von Anfang an erschien die taz mit einem Berliner Regionalteil. Dieser ist heute auch Bestandteil der in den ostdeutschen Bundesländern vertriebenen Ausgaben. Daneben gab es Regionalausgaben in Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Bremen. Am 18. März 2006 wurden die beiden letztgenannten zusammengefasst, es erscheint seitdem eine Regionalausgabe Nord für die Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Diese umfasst neben der Mantelzeitung drei Seiten allgemeinen Regionalteil und eine Wechselseite jeweils für die Länder Bremen und Hamburg.

Geschichte

Die taz entstand in Folge des Tunix-Kongresses (Januar 1978 in Berlin) und war auch eine Reaktion auf den „Deutschen Herbst“ 1977. Die erste Vorausgabe erschien am 27. September 1978 (interessanterweise trug sie aber das Datum 22. September – ganze 5 Tage hatte die Bearbeitung der ersten „Nullnummer“ gedauert). Die erste reguläre Ausgabe der taz erschien dann am 17. April 1979. Die Zeitung verstand sich als Alternative zum bisher ausschließlich bürgerlich orientierten Zeitungsmarkt mit der Zielgruppe Studenten, Alternative, Grüne, Linksliberale, linke Sozialdemokratie und die vor allem ab 1980 stark anwachsende Hausbesetzerbewegung.

Politische Ausrichtung

Die taz, die traditionell links steht, kritisierte häufig die rot-grüne Regierung, positionierte sich jedoch vor der Bundestagswahl 2005 deutlich gegen eine mögliche CDU-Regierung. Unter anderem entwarf sie Protest-Buttons gegen eine mögliche Bundeskanzlerin Angela Merkel, gegen die geplante "Kopfpauschale" und gegen ein kritikloses Verhältnis zur Politik des US-Präsidenten George W. Bush.

Die taz steht absolut hinter der Rechtschreibreform und wünscht sich sogar eine noch radikalere Reform bis hin zur Kleinschreibung wie im Englischen.

Bezahlung der Mitarbeiter

Rund 250 Angestellte in Redaktion und Verlag arbeiten für die taz. Die taz konnte es sich nie leisten, ihre Angestellten branchenüblich zu bezahlen. Bis 1991 gab es einen Einheitslohn für alle Angestellten, vom Layouter bis zur Chefredakteurin. Seither gibt es "Verantwortungszuschläge" von wenigen hundert Euro, etwa für die Leiter der einzelnen Ressorts. Der Bruttolohn für die meisten Angestellten liegt laut taz-Haustarif bei rund 2.000 Euro im Monat, es gibt kein Urlaubs- oder Weihnachtsgeld.

Abokampagnen

Seit ihrer Gründung stand die taz mehrmals vor dem finanziellen Kollaps. Mit ausgefallenen Kampagnen hat die Zeitung immer wieder versucht, mehr Abonnenten zu bekommen. Während einer Erpressungs-Kampagne drohte die Redaktion zum Beispiel: wenn in dieser Woche nicht genug neue Abos abgeschlossen werden, erscheint die Zeitung einen Tag lang ohne Fotos, ohne Kritik, als Boulevardblatt usw. Im ersten Halbjahr 2003 konnte die taz erstmals in ihrer Geschichte einen Gewinn verbuchen. In einem Beitrag für die taz unterstellte daher der Herausgeber der FAZ, Frank Schirrmacher, der Leserschaft der taz Masochismus, da sie sich freiwillig regelmäßigen Nötigungen zum Abschluss eines Abos aussetzen.

Ende 2003 suchte die taz Kapitalgeber für die taz EntwicklungsKommanditgesellschaft, die unter anderem seit dem 8. Dezember 2003 einen täglichen Lokalteil in Nordrhein-Westfalen finanziert. Bis heute verdienen Redakteure bei der taz deutlich weniger als in anderen Zeitungen, zum Teil verzichten sie aus Solidarität mit der Zeitung auf einen Teil ihres Gehalts.

Im Winter 2004 startete die taz mit dem ExtraBlatt – Erlesenes erhalten eine Abokampagne, mit der zugleich auf die besondere Bedeutung von Tageszeitungen im Allgemeinen aufmerksam gemacht werden soll. Als Autoren konnten zum Beispiel Juli Zeh, Michael Jürgs, Maxim Biller, F. W. Bernstein oder Michael Rutschky gewonnen werden. Einen zeichnerischen Ost-West-Dialog steuerten die Cartoonisten Eckhard Henscheid und Manfred Bofinger bei.

Seit dem 30. April 2005 hat die taz eine neue Titelseite, mit der sie vor allem versucht, die Zahl der Kioskkäufe zu erhöhen. So steht jetzt ein Thema mehr im Mittelpunkt, was auch durch ein großes Bild unterstrichen wird.

Der reguläre Abopreis beträgt 30 € je Monat (StandardPreis) [sic], kann jedoch auf 21,50 € gekürzt werden (ErmäßigterPreis) oder auf 37€ angehoben werden (PolitischerPreis). Welcher Preis bezahlt wird soll sich an der finanziellen Kraft des Abonnenten entscheiden, jedoch findet keine Überprüfung statt; die taz vertraut hier darauf, dass die Abonnenten den Wert der tageszeitung kennen. Des Weiteren gibt es noch das digitale taz-Abo, das wahlweise aus text-, html-, oder PDF-Dateien besteht. Enthalten sind alle Regionalseiten und Le Monde diplomatique für 10 € im Monat.

Im Sommer 2005 bot die taz ein Neuwahl-Abo an. Bis zum 18. September 2005, also den Bundestagsneuwahlen, konnte der Abonnent ein Kurzabo zum Preis von 50 € beziehen. Dieses soll nach der Wahl und abgeschlossener Regierungsbildung in ein Abo zum Politischen Preis (36€/Monat)umgewandelt werden, abzüglich der Prozentzahl der Union bei einem Wahlsieg von Angela Merkel (mit oder ohne FDP), oder abzüglich der Prozentzahl der SPD bei einer großen Koalition oder abzüglich 100% für den Fall, dass rot-grün an der Macht bleibt (in diesem Fall wäre das Abo also gratis).

Nach der Bundestagswahl 2005, als feststand, dass es auf eine große Koalition zugeht, kam von der taz das Angebot eines Große-Koalition-bewirkt-Großes-Abo. Dabei handelte es sich um ein Abo zum normalen Abopreis, das dem Leser eine Verknüpfung der politischen Entwicklung und dem Abonnement suggerierte. Dabei galt das Abo für eine Legislaturperiode; während der darauffolgenden Legislaturperiode war es umsonst. Die Aboanzeige war aber so aufgemacht, dass es schien, als ob Wirtschaftsaufschwung oder weitere Depression sich unterschiedlich auf das Abo auswirken.

Aufsehen erregende Aktionen

Nachdem seit dem 26. Februar 1990 eine in der DDR produzierte taz ddr erschienen war, veröffentlichte diese im Juni 1990 als erste Zeitung in einer Sondernummer die Liste aller Stasi-Objekte in der DDR. Im Dezember 1991 ging die dann so genannte taz Ost in der Mutterzeitung auf.

Bei der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 2003 unterstützte die taz die Sängerin Senait mit dem Lied Herz aus Eis. Den Text des Liedes durften die Leser der taz verfassen, ebenso standen mehrere Melodien zur Auswahl. In der deutschen Vorentscheidung kam Senait auf den dritten Platz.

Im Dezember 2003 wurde die Redaktion im Rahmen der Studentenproteste gegen die Etatkürzungen an den Berliner Universitäten eine Zeit lang besetzt.

Im Mai 2004 startete die taz anlässlich der geplanten Liberalisierung des Kartellrechtes für Zeitungen eine tägliche Reihe zu Einzeitungskreisen, und machte damit erfolgreich auf die zunehmende Pressekonzentration aufmerksam.

Die tageszeitung, die bereits seit 1982 ihren Titel klein schreibt, veröffentlichte am 12. August 2004 eine Ausgabe in einer gemäßigten Kleinschreibung. Dies war als Gegenreaktion auf die Ankündigung einiger deutscher Verlage zur Rückkehr zur alten Rechtschreibung gedacht.

Aus Urheberrechtsgründen durfte die taz ihrer Rubrik „Tagesschau“ nicht weiterhin diesen Namen geben. Seitdem nennt sie die Rubrik „verboten“, darunter stand bis zur Reform der Seite eins am 30. April 2005 in kleiner Schrift „verboten darf nicht tagesschau heißen.“

Das Verhältnis zur Bild-Zeitung

Eine besondere Beziehung hat die taz zur Bild-Zeitung. Deren Chefredakteur Kai Diekmann klagte gegen die taz, als taz-Autor Gerhard Henschel am 8. Mai 2002 auf der Satire-Seite Die Wahrheit behauptete, Diekmann habe sich seinen Penis operativ verlängern lassen wollen. Diekmann verklagte die taz auf 30.000 Euro Schadenersatz. Das Berliner Kammergericht entschied in zweiter Instanz, dass Diekmann als Chefredakteur der Bild-Zeitung „bewusst seinen wirtschaftlichen Vorteil aus der Persönlichkeitsrechtsverletzung anderer sucht“ und daher „weniger schwer durch die Verletzung seines eigenen Persönlichkeitsrechtes belastet wird“. Er müsse „davon ausgehen, dass diejenigen Maßstäbe, die er anderen gegenüber anlegt, auch für ihn selbst von Belang sind“. Daher stufte das Gericht die Persönlichkeitsverletzung als nicht so schwerwiegend ein, dass ein Schmerzensgeld angemessen ist. Gleichzeitig verbot das Gericht der taz, die Meldung zu wiederholen. Im März 2006 sagte Diekmann der türkischen "Hürriyet" , dass die Klage "ein Fehler" gewesen sei. Er habe sich dadurch umso lächerlicher gemacht.

Am 50. Geburtstag der Bild-Zeitung im Jahr 2002 titelte die taz „50 Jahre Bild – Jetzt reichts!“, um so gegen den Boulevardjournalismus der Bild zu protestieren. Zum 25. Geburtstag der taz (am 27. September 2003) wurden dagegen die Lieblingsfeinde als Redakteure für einen Tag in die tageszeitung zur Mitarbeit eingeladen (Feindliche Übernahme). Chefredakteur der Ausgabe war Kai Diekmann. In selbiger Ausgabe wurde auch erstmals Altkanzler Helmut Kohl für die taz interviewt.

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