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Hildesheimer Allgemeine Zeitung

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Typ: Tageszeitung
Erscheinungsweise: 6x pro Woche
Anzeigenschluss: 4 Vortage 11 Uhr
Verlag: 31134 Hildesheim
Auflage: 45.000

Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Aktuelle Situation

Bei der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung handelt es sich um Hildesheims einzige Tageszeitung, die eine verkaufte Auflage von 45.581 Exemplaren erreicht (IVW II/05). Weitere 2.524 Exemplare verkauft die Nebenausgabe Sarstedter Anzeiger. Der Verlag, die Gebrüder Gerstenberg GmbH & Co KG, hält eine Beteiligung von 6,4 Prozent am Madsack-Verlag aus Hannover (Hannoversche Allgemeine Zeitung), der auch den 'Zeitungsmantel', das heißt die überregionalen Politik-, Wirtschafts- und Sportseiten liefert und die Hildesheimer Allgemeine Zeitung druckt. Die Hildesheimer Allgemeine Zeitung ist zudem mit 24,5 Prozent an der Alfelder Zeitung und mit 24 Prozent der Anteile am Seesener Beobachter beteiligt.

Geschichte

Die Hildesheimer Allgemeine Zeitung sieht sich als die älteste Tageszeitung Deutschlands. Mit der ersten, am 24. Juni 1705 gegründeten Hildesheimer Vorläuferzeitung hat sie allerdings weder den Namen, den Eigentümer oder den Inhalt gemein, noch erschien sie täglich.

Gegründet als Hildesheimer Relations-Courier, erfolgte 1775 die erste Umbenennung, und zwar in Privilegierte Hildesheimische Zeitung. Nach einer weiteren Umbenennung in Königlich-Preußische allergnädigst privilegierte Hildesheimische Zeitung (1802) wurde die Zeitung 1804 eingestellt. Gründer war der Zeitungskorrespondent Johann Christian Hermitz, der den Verlag 1751 seinem Schwiegersohn Christian Levin Lüdemann übertrug. Die Zeitung hatte in dieser Zeit keine umfassende Berichterstattung, sondern berichtete lediglich von Kriegsereignissen, Naturkatastrophen oder Herrschaftsklatsch.

Nach einer Erscheinungspause von immerhin drei Jahren erstand die HAZ 1807 als Stadt-Hildesheimische privilegirte Zeitung und Anzeigen für alle Stände wieder auf. Die Zeitung wurde damals gemeinsam vom Inhaber der Zeitungslizenz, C. L. Lüdemann, und dem Buchhändler Johann Daniel Gerstenberg betrieben, wobei allein Gerstenberg wirtschaftlich und redaktionell handelte, Lüdemann hingegen lediglich als passiver Lizenzinhaber fungierte. Gerstenberg, dessen Nachfahren noch heute den Verlag führen, erhielt erst ab 1819 auch offiziell das Privileg zur Zeitungsherausgabe.

Nach diversen weiteren Umbenennungen bekam die Zeitung 1854 den Namen Hildesheimer Allgemeine Zeitung und Anzeigen für alle Stände, so dass die HAZ im Jahr 2004 das 150jährige Bestehen (unter diesem Namen) hätte feiern können.

Die Hildesheimer Allgemeine Zeitung richtete sich im 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts anders als heute nicht an die ganze Bevölkerung, sondern seit Mitte des Jahrhunderts vor allem an liberale Leser und ab 1867 vor allem an die Sympathisanten der Nationalliberalen Partei, als deren Organ sich die Zeitung bekannte und für die sich auch die Verleger politisch engagierten. In der Weimarer Republik unterstützte das Blatt die DVP, die schließlich Hitler zum Reichskanzler wählte.

Die Hildesheimer Allgemeine Zeitung war - wie weitestgehend die ganze deutsche Presse - als amtliches Bekanntmachungsblatt fest in kommunale Machtstrukturen eingebunden. Für das Agieren der Gerstenbergschen Zeitung im Nationalsozialismus fehlen noch Untersuchungen. Deutlich scheint jedoch, dass sich die Zeitung bereits recht früh zumindest einer nationalsozialistischen Begrifflichkeit annahm. Die Zeitung wurde im NS-Staat anders als viele andere nicht enteignet (siehe Presse im NS-Staat), sondern bekam Entwicklungsmöglichkeiten eingeräumt, die von 1934 bis 1937 zu einer Auflagenerhöhung um zehn Prozent auf gut 11.000 Exemplare führten.

1943 wurde die HAZ aus kriegswirtschaftlichen Gründen mit dem nationalsozialistischen Hildesheimer Beobachter und der Provinzial-Zeitung aus Bockenem zur Hildesheimer Zeitung vereinigt und erschien bis zum Zusammenbruch Deutschlands im Jahr 1945 weiter. Nach einer Zwangspause (siehe auch Nachkriegspresse) von mehr als vier Jahren betrat dann 1949 erneut die Hildesheimer Allgemeine Zeitung die öffentliche Bühne.

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